Bei mir wird der Mini das erste E-Auto ever und ich habe keine Möglichkeit eine Wallbox oder ähnliches anzubauen. Allerdings habe ich 4 11 bzw. 22kw Ladesäulen in Fußläufiger Umgebung und diese werden aktuell noch nicht wirklich genutzt. Als der Gedanke an ein E-Auto kam habe ich die Ladesäulen extra immer im Auge gehabt und es stand in zwei Monaten ungelogen nie ein Auto zum laden dort. Zusätzlich habe ich noch zwei Supermärkte um die Ecke die ebenfalls Ladesäulen haben, die haben auch etwas mehr Leistung. Auf der Arbeit kann ich auch laden, allerdings gibt es dort "nur" drei Säulen und die sind häufig belegt.
Doch bei nur 2,5km Arbeitsweg und genug Einkaufsmöglichkeiten auf der Strecke, so dass ich auch nicht nochmal nach der Arbeit los muss um z.B. einzukaufen, habe ich wirklich extrem kurze Strecken und über die Woche, den Monat bzw. das Jahr entsprechend wenig Kilometer Fahrleistung. Dazu kommt auch noch, dass ich bei gutem Wetter aufs Fahrrad wechsle und das Auto somit noch weniger bewegt wird.
Dieses Fahrprofil war auch der ausschlaggebende Punkt warum ein E-Auto für mich interessant wurde, ein Verbrenner leidet nur unter dieser Kurzstrecke.
Mein Cooper S F56 hat inzwischen knappe 220tkm runter und ist die letzten Jahre nur Langstrecke gefahren (100km Autobahn pro Fahrt zur Arbeit), als ich Anfang des Jahres das Büro gewechselt habe ist die Langstrecke weggefallen.
Ich stand lange vor der Entscheidung ob ich bei Mini bleibe (erster Impuls war ein SE oder JCW e, ob Cooper, Aceman oder Countryman stand da noch nicht fest) oder zur Konkurrenz wechsle (Smart #1, #3 oder #5). Auch bei den Chinesen habe ich mich etwas umgeschaut (BYD, XPeng usw.) und der Renault 5 bzw. Alpine A290 waren kurze Zeit im Rennen.
Der Renault 5 sowie der Alpine haben mir aber vom Innenraum und vom Heck nicht zugesagt, da fand ich den Mini einfach schöner. Insbesondere was den Innenraum angeht konnte ich mich noch nie mit schwarzen Klavierlackoberflächen anfreunden.
Die Chinesen waren für meinen Geschmack optisch alle zu weich gespült und wirkten wie die Klischee-Elektroautos auf mich, auch wenn sie technisch teilweise sehr interessant waren.
Aus diesen Gründen habe ich mich in dem Bereich auch nicht weiter bemüht mal Probefahrten zu machen bzw. mir die Autos in echt anzuschauen.
Bei Mini und Smart war ich dann tatsächlich vor Ort und habe mir dann ein Live-Bild von allen Autos gemacht.
Den Smart #1 fand ich in Natura irgendwie unproportional und habe ihn deswegen relativ schnell gestrichen, der #5 war für meinen Geschmack zu groß und zu teuer (nicht falsch verstehen, das Gesamtpaket in Preis/Leistung ist fast unschlagbar, aber für meine Ansprüche und das mir gesetzte Budget zu teuer). Der #3 als Brabus war dann noch in der engeren Auswahl.
Bei Mini lief es ähnlich, der Aceman hat mich nicht umgehauen, das lag vor allem an der Kombination aus Größe, 4-Türen (mit Rahmenfenstern) und das ich ihn zu klein für einen praktischen 4-Türer aber zu groß für einen klassischen Mini fand. Mag aber auch daran liegen, dass ich dem Clubman hinterher traure und mir davon eine E-Version gewünscht hätte.
Der Countryman hat mir sehr gut gefallen, insbesondere wegen dem Allrad, aber auch da habe ich mir dann wieder die Frage gestellt "Brauchst du das?". Also war der klassische Mini Cooper gegen den Smart #3 in der Endauswahl.
Am Ende ist es der Mini geworden, obwohl der Smart in meinen Augen von der Verarbeitung im Innenraum und auch den technischen Daten die Nase vorn hatte. Ich habe mich wohl am Ende nur für den Mini entschieden weil ich schon zwei Minis zuvor hatte, das Design mir zugesagt hat und ich mit der versprochenen Reichweite in Verbindung mit meinem Fahrprofil absolut zufrieden bin. Bzw. hoffentlich sein werde, weil bisher kann ich noch nicht aus dem Alltag berichten.
Gefahren bin ich den Mini in allen Varianten (E, SE und JCW). Der E stand gar nicht auf meiner Liste aber der war an dem Tag an dem ich spontan da war nur verfügbar. Der Händler sagte schon, dass ich mit dem E schon spaß haben werde und er hatte recht. Vom Durchzug und der Spritzigkeit, sowie der Kurvenlage also dem sogenannten "Go-Kart-Feeling" war der E schon wirklich gut und konnte im Stadtverkehr und auf der Landstraße von meinem Bauchgefühl schon gut mit meinem Cooper S F56 mithalten. Das einzige was ich ein bisschen vermisst habe waren die Pops & Bangs des Verbrenners.
Ich habe den E trotzdem weiterhin ausgeschlossen, weil ich gerne den größeren Akku und die etwas bessere Ladeleistung wollte. Ich weiß, bei meinem Fahrprofil wäre das nicht weiter wichtig gewesen und da hätte auch ein E schon locker gereicht. Aber wer sich vorher auch bei BYD, XPeng oder so 800V Kisten wie dem Smart #5 umgeschaut hat dem kommen alle Minis erstmal schwach vor.
Eine Woche später (mit Termin) konnte ich dann auch ausführlich (mehrere Stunden) mit dem SE fahren und im Anschluss nochmal kurz (~20 Minuten) den JCW ausprobieren. Der JCW war der Dienstwagen von einem der Verkäufer, darum wollte ich damit auch nicht eine weitere große Tour machen und es hat mich auch nur noch die Neugier dazu bewegt überhaupt mit dem Wagen zu fahren, weil ich zu dem Zeitpunkt für mich schon festgelegt hatte, dass es der SE wird. In die Entscheidung hat aber auch mit reingespielt, dass ich im Vorfeld schon Angebote bekommen habe und der SE in meiner Wunschausstattung mit Ende Mai/Anfang Juni wesentlich früher verfügbar ist als der JCW, welcher mit Mitte-Ende Juli/Anfang August angegeben wurde.
Zum fahren mit den beiden Autos kann ich nur sagen, es hat wirklich Spaß gemacht und es war das Erlebnis vom E in noch etwas besser. Wobei ich anmerken muss, dass ich von der Beschleunigung im Popometer nur geringe Unterschiede gespürt habe, alle drei Varianten fühlen sich schneller an als angegeben und auch schneller im Vergleich zu meinem Cooper S. Ich denke auch, dass ich im Alltag beim normalen Pendeln nur Vorteile gegenüber dem Verbrenner haben werde (vorausgesetzt die Ladesäulen ärgern mich nicht). Auf Langstrecke wird es sich dann wirklich zeigen ob es eine gute Entscheidung war auf ein Elektroauto umzusteigen, insbesondere auf einen Mini. Da ich aber nur sehr selten mal weiter als 100km am Stück fahre wird das auch kaum ins Gewicht fallen. Außerdem rede ich mir seitdem aus der Idee ein unterschriebener Leasingvertrag wurde immer wieder ein, dass nach 300km (also ~3h) fahren eine Pause von 25-35 Minuten gar nicht so verkehrt ist. 
Wer die Wartezeit in Kauf nehmen möchte (Stand März 26) und minimale Einbußen in der Reichweite (wahrscheinlich auch sehr abhängig von der Fahrweise) machen kann, dem würde ich auf jeden Fall den JCW ans Herz legen, da ist alles nochmal ein tick sportlicher und spaßiger. Wobei die 200kmh vMax zu vernachlässigen sind, ich habe es zwar nicht probiert, aber ich vermute die Reichweite wird schmelzen und man kann sie im Sekundentakt mit runterzählen.
Ansonsten ist der SE, meiner Meinung nach, das rundeste Paket. Man kann ihn in optisch sportlich oder gediegen kaufen, er fährt sich nach Popometer nicht viel weniger spritzig wie der JCW, er hat (zumindest theoretisch) die höchste Reichweite und er ist (Stand März 26) schneller verfügbar.
Insgesamt kann ich sagen, dass mich der Mini als Elektrofahrzeug nach einer ausgiebigen Testfahrt komplett abgeholt hat und ich mich sehr auf mein erstes E-Auto freue. Eine Sache von der ich 3-4 Jahren noch komplett Abstand gehalten hätte.